Verschenken ohne Bedenken: Nachhaltiger Kaufrausch in Darmstadt

Am letzten Adventssonntag habt ihr erfahren, wo ihr in Darmstadt das perfekte Weihnachtsoutfit findet. In Teil zwei unserer Weihnachtsreihe zeigen wir euch, welche nachhaltigen Alternativen es zum klassischen Geschenkekaufrausch gibt.

Darmstädter Weihnachtsmarkt © Darmstadt Marketing: Rüdiger Dunker
Darmstädter Weihnachtsmarkt © Darmstadt Marketing_Rüdiger Dunker

Rückblick in die letzte Weihnachtszeit: Eingewickelt in Schal und Mantel hetze ich durch die Innenstadt, auf der Suche nach den perfekten Weihnachtsgeschenken. Die vollen Plastiktüten schneiden mir in die Handflächen und eigentlich will ich nur auf meine Couch und Plätzchen essen. – Oh, das könnte Mama gefallen! – abrupt bleibe ich stehen und verursache fast eine Kollision mit der schlecht gelaunten Dame hinter mir. Eine Entschuldigung murmelnd betrete ich den Laden und suche die Vase, die ich im Schaufenster gesehen habe, – Moment mal! Ich habe ihr doch schon letztes Jahr eine Vase geschenkt! – Entnervt hole ich mein Handy raus, um meine Schwester nach Rat zu fragen und sehe, dass der Paketbote in zehn Minuten bei mir klingeln will. Ich hetze nach Hause, denn ich will die Nachbarn nicht schon wieder mit meinen Amazon-Bestellungen belästigen. Beim Betreten der Wohnung falle ich fast über den Haufen leerer Kartons im Flur.

So wie im letzten Jahr soll es in diesem Jahr nicht ablaufen. Kein Marathon durch die Innenstadt, kein virtueller Warenkorb und vor allem keine Berge an Verpackungsmüll. Dieses Jahr soll die Vorweihnachtszeit entspannt sein – und vor allem auch nachhaltig, denn in der Vorweihnachtszeit erhalten wir Deutsche mehr als doppelt so viele Pakete wie im Rest des Jahres, nämlich ganze 11 Millionen und das pro Tag. Ich gebe ein paar Flohmärkten eine Chance mir zu beweisen, dass Second Hand nicht nur bei Klamotten eine Option ist und schaue mal, was es sonst noch so für Alternativen zum klassischen Kaufhausrausch gibt.

Flohmarktrausch statt Kaufhaus

Mein erster Anlaufpunkt ist der Flohmarkt am Schenck-Technologiepark in der Pallaswiesenstraße. Mit Stoffbeuteln bepackt mache ich mich auf den Weg. Jeden Samstag von 08.00 bis 14.00 Uhr gibt es dort die Möglichkeit, einen Flohmarkt im klassischsten Sinne zu erleben. Auf wackelnden Klapptischen werden so viele Produkte drapiert, dass ich an jedem Stand einige Minuten brauche um mir einen Überblick zu verschaffen.Von A bis Z findet sich einfach alles: Haushaltsutensilien, Kleidung, Bücher und mehr, hier dürfte für jeden etwas dabei sein. Beim Anblick eines fern-steuerbaren Spielzeug wird mir ganz warm um Herz. Der weiße Sportwagen mit den blauen Streifen erinnert mich an viele Autorennen zwischen meiner Schwester und mir.

Bilder © Pixabay: o.l. andreas N, o.r. jacqueline macou, u.l. Gerd Altmann, u.r. Wolfgang Claussen

Abgesehen vom Herzen ist mir allerdings nicht besonders warm, also mache ich mich auf den Heimweg und schaue mich online nach ein paar Indoor-Alternativen um. Den Nikolausflohmarkt von 15.00 bis 19.00 Uhr am zweiten Advent möchte ich nicht verpassen. Im Schlosskeller kann hier alle Jahre wieder bei Weihnachtsliedern und Glühwein nach Geschenken gestöbert werden. Am dritten Advent findet die Darmstädter Modeleisenbahn- und Spielzeugbörse statt. In der Orangerie schlagen dann von 10.00 bis 16.00 Uhr die Herzen von kleinen und großen Spielkindern höher. Ich notiere mir auch diesen Termin. Da dürfte ich für meinen Freund bestimmt etwas finden.

Mein nächster Gedanke ist, dass ich beim Schlendern über den Darmstädter Weihnachtsmarkt fündig werden könnte. Auch in diesem Jahr gibt es rund ums Schloss viele Stände mit handgefertigten oder regional hergestellten Kleinigkeiten wie Kerzen, Schneekugeln und Deko-Figuren aus Holz oder Glas. Hier gilt es allerdings zweimal hinzuschauen, denn nicht nur regional und nachhaltig produzierte Produkte werden hier verkauft.

Darmstädter Weihnachtsmarkt © Darmstadt Marketing: Rüdiger Dunker

Do it yourself: alter trend ganz neu

Nachdenklich lasse ich meinen Blick durch das Wohnzimmer schweifen und bleibe an einem kleinen Karton hängen, der etwas traurig im Regal liegt. Darin verbirgt sich ein Häkelset für eine Stoffeule. Im letzten Jahr gekauft, nach einem eher erbärmlichen ersten Versuch weggepackt und vergessen worden. Hier bieten sich mir zwei Möglichkeiten: Entweder versuche ich mich erneut an der Eule und verschenke diese – oder ich verschenke einfach das ganze Set. Alte Dinge neu zu verschenken ist generell keine schlechte Idee: Viel Platz in und auf meinen Schränken wird von Dingen weggenommen, die ich nicht mehr brauche oder nie wollte. So spare ich nicht nur Geld, sondern unserem Planeten auch einiges an Ressourcen. Sollte ich die Eule wirklich fertigstellen können, würde ich nicht nur ein knuffiges Stofftier verschenken, sondern auch die Zeit, die ich hinein investiert habe. Zeit ist das größte Geschenk, das man verschenken kann. Man sollte immer im Kopf behalten, dass es in der Weihnachtszeit nicht darum geht, die besten Geschenke zu verteilen, sondern darum, eine schöne Zeit mit seiner Familie und Freunden zu verbringen.

Habt ihr noch weitere Ideen, wie der Geschenkerausch nachhaltiger gestaltet werden kann? Verratet sie uns in den Kommentaren!

Flohmärkte zum Geschenke-kauf

Eine gute Übersicht über kommende Flohmärkte bietet das Onlineportal MEINE FLOHMARKT TERMINE.
Auch in unserem Veranstaltungskalender weisen wir euch immer wieder auf passende Termine hin.

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